Elektro-Katamaran umrüsten: das Praxisbeispiel Oymapınar-Stausee

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Elektro-Katamaran umrüsten: das Praxisbeispiel Oymapınar-Stausee

Am Oymapınar-Stausee im Bezirk Manavgat bei Antalya hat eine kommerzielle Umrüstung auf Elektroantrieb die letzten Benzinmotoren der Ausflugsflotte ersetzt. Der Betreiber fährt heute mit zu 100 % elektrischen New-Stream-Antrieben von Nama Mobility — ohne Abgase und ohne Kraftstoffleckagen auf einem abgeschlossenen Süßwasser-Stausee. Wer heute einen Elektro-Katamaran umrüsten will, findet hier eines der wenigen Referenzprojekte der Region, das im kommerziellen Regelbetrieb mit zahlenden Fahrgästen läuft und nicht bloß als Pilotprojekt.

Drei Jahre und vier Herkunftsländer, bis die Umrüstung funktionierte

Der Weg zu null Emissionen dauerte deutlich länger als geplant. Die Tourismusbetriebe am Oymapınar-Stausee versuchten fast drei Jahre lang, ihre benzinbetriebenen Ausflugskatamarane auf Elektroantrieb umzurüsten. In dieser Zeit wurden Motorenmarken aus Österreich, Deutschland, China und der Türkei erprobt. Keine davon — weder importiert noch einheimisch — bewegte einen Rumpf dieser Größe effizient genug, um den Fahrplan zu halten.

Die gescheiterten Versuche waren nicht nur ärgerlich, sondern teuer: halbfertige Integrationen kosteten die Betriebe Geld und Betriebstage. Durchgesetzt haben sich am Ende die Systeme, die sich bereits auf dem Wasser bewährt hatten — dieselben New-Stream-Installationen, die am Manavgat-Stausee drei volle Saisons ohne saisonbeendenden Ausfall liefen. Diese Betriebshistorie gab den Ausschlag, nicht das Datenblatt.

Elektro-Katamaran umrüsten: 48 kWh Batterie, 14,9 kWp Solar

Die Anlage wurde von Anfang an als Solarsystem ausgelegt und nicht als bloßer Motortausch. Vierundzwanzig Marine-Solarmodule mit je 620 W — zusammen 14,9 kWp — speisen die Antriebsbatterien über MPPT-Laderegler: zwölf nach Backbord, zwölf nach Steuerbord. So entladen und laden beide Rümpfe des Katamarans gleichmäßig.

  • Fahrzeug: Katamaran, 16 m Länge × 6 m Breite, bis zu 150 Fahrgäste
  • Antrieb: 2 × NS-OUT-16 Elektro-Außenbordmotoren, CE-gekennzeichnet, mit elektrischer Trimm- und Kippverstellung
  • Leistung im Reisebetrieb: 6 kW je Motor bei 6 Knoten — insgesamt 12 kW
  • Solarfeld: 24 × 620 W = 14,9 kWp, aufgeteilt in 12 an Backbord und 12 an Steuerbord
  • Laderegelung: MPPT-Laderegler je Seite
  • Speicher: 2 × 24 kWh NAMA Power LiFePO4 Batteriepakete — 48 kWh gesamt, eines je Rumpf
  • Einsatzprofil: 3 Touren täglich, je 8 Seemeilen — 24 sm, rund 4,5 Stunden in Fahrt
  • Reserve bei Bewölkung: 4 Stunden bei 6 Knoten allein aus der Batterie, ganz ohne Solarertrag
  • Landstrom: 220 V als Rückfallebene vorhanden, auf der Tagesroute nicht erforderlich
  • Kraftstoff: keiner — kein Benzin, kein Diesel, kein Generator
Elektro-Katamaran umrüsten: Solarkatamaran am Oymapınar-Stausee
Der Katamaran in Fahrt am Oymapınar-Stausee: von den 24 Dachmodulen speisen 12 die Backbord- und 12 die Steuerbordbatterie.

Genau die letzte Zeile macht die Anlage ungewöhnlich. Die Katamarane fahren alle drei Tagestouren allein mit Solarenergie — ohne Ladepunkt am Steg und ohne fossile Rückfallebene. Der 220-V-Anschluss existiert für den Ausnahmefall, nicht für den Regelfall: selbst ganz ohne Sonne trägt ein voller Speicher vier Stunden Fahrt, also länger als eine einzelne Tour.

Was ein einziges Boot verbrauchte: 6,5 Tonnen Benzin pro Monat

Vor der Umrüstung verbrauchte jeder Katamaran 30 bis 40 Liter Benzin pro Stunde und Motor. Auf drei Touren täglich hochgerechnet waren das für ein einziges Boot rund 6,5 Tonnen Benzin im Monat — zu den dortigen Tankstellenpreisen etwa 10.000 Euro monatlich allein für Kraftstoff. Rechnet man Wartung, Ölwechsel, Filter und das Einwintern hinzu, das Verbrenner-Außenborder verlangen, summiert sich der Betrag, den der Betreiber je Boot nicht mehr zahlt, auf rund 12.000 Euro im Monat.

Das sind die Zahlen, die darüber entscheiden, ob ein Betrieb seinen Elektro-Katamaran umrüsten lässt oder nicht. Die Sonne über dem Stausee kostet nichts und die Module sind bezahlt; die laufende Kostenposition, die früher mit jeder zusätzlichen Tour mitwuchs, ist schlicht aus den Büchern verschwunden. Die ökologische und die betriebswirtschaftliche Rechnung weisen hier in dieselbe Richtung — selten genug, um es ausdrücklich festzuhalten.

Green Paradise Canyon setzt vollständig auf eine emissionsfreie Flotte

Mehmet Sevinç, Eigentümer von Green Paradise Canyon und einer der größeren Tourismusbetreiber in der Region Green Canyon, hat die Vereinbarung unterzeichnet, mit der sich das Unternehmen vollständig von fossil betriebenen Booten verabschiedet. Sevinç versteht die Entscheidung weniger als Marketingposition denn als Voraussetzung dafür, auf einem abgeschlossenen Süßwasser-Stausee überhaupt noch fahren zu dürfen.

„Dank dieses gemeinsam mit Nama Mobility entwickelten Systems betreiben wir sämtliche täglichen Aktivitäten unserer Anlage ausschließlich mit sauberer Energie, die wir aus der Sonne gewinnen und speichern.“ — Mehmet Sevinç

Warum Binnengewässer und Schutzgebiete zuerst elektrisch werden

Auf abgeschlossenen Binnengewässern greifen die Regeln am frühesten. Mal ist der Grund die öffentliche Gesundheit: Ein Kraftstoffaustritt in einem Trinkwasserspeicher ist ein Gesundheitsvorfall und nicht bloß ein Umweltschaden. Deutschland kennt dafür das deutlichste Beispiel: Auf dem Königssee im Nationalpark Berchtesgaden sind private Boote gar nicht zugelassen, und die Passagierschifffahrt fährt seit Juli 1909 elektrisch — Diesel- und Petroleumboote wurden seinerzeit erprobt und aus Umweltgründen wieder aufgegeben. Heute verkehren dort 18 große Elektroboote der Bayerischen Seenschifffahrt, und der See hat Trinkwasserqualität. Was am Oymapınar-Stausee neu ist, ist in Bayern seit über einem Jahrhundert Alltag.

Die Türkei bewegt sich in dieselbe Richtung — und nicht nur dort, wo es um Trinkwasser geht. Das Sonderschutzgebiet Köyceğiz–Dalyan ist kein Stausee, sondern ein Delta- und Kanalsystem; dort steht der Naturschutz im Vordergrund. Im Rahmen eines von der Provinzverwaltung Muğla und beteiligten Stellen getragenen Programms sollen binnen zwei Jahren 257 der 492 gewerblichen Boote in den Kanälen — jene mit Fahrgastzulassung — auf Elektroantrieb umgestellt werden: weniger Wasser- und Luftverschmutzung und vor allem weniger Lärm, der die Vogelwelt und die dort nistenden Unechten Karettschildkröten stört. Mit strenger werdenden Nachhaltigkeitsstandards gilt: Wer vor der Regulierung umrüstet, behält Konzession und Route; wer wartet, rüstet später unter Frist und zu schlechteren Konditionen um.

Elektro-Katamaran umrüsten: was das für andere Ausflugsbetriebe bedeutet

Oymapınar taugt gerade deshalb als Referenz, weil es ganz gewöhnlicher kommerzieller Betrieb ist: Ausflugskatamarane, ein fester Tagesfahrplan, 150 Fahrgastplätze und eine Saison, die für Technikarbeiten nicht pausiert. Autarke Solarkatamarane sind kein Demonstrationsvorhaben mehr, sondern ein tragfähiges Modell für nachhaltigen Meerestourismus überall dort, wo Seen, Stauseen oder geschützte Buchten für Verbrennungsmotoren gesperrt werden.

Wenn Sie Ausflugsboote auf einem See, einem Stausee oder an einer geschützten Küste betreiben und wissen möchten, was es kostet, einen Elektro-Katamaran umrüsten zu lassen, sprechen Sie mit dem Team von Nawis Marine — oder sehen Sie sich das komplette New Stream Elektro-Außenborder-Programm an.

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